Zitat: „10 Forderungen für die soziale und ökologische BauwendeAn die Mitglieder des Deutschen Bundestages, Deutschland hat sich als Teil der Europäischen Union zu einem Transformationspfad auf dem Weg zur Klimaneutralität 2045 verpflichtet. Die grundlegende Transformation des Gebäudesektors mit derzeit ca. 40% Treibhausgas-Anteil [1] und 92% der Entnahmen von mineralischen Rohstoffen [2], 55% des Abfallaufkommens [3] und weiteren Umweltauswirkungen ist der wichtigste Hebel für die Erreichung dieses Ziels. (…) Doch im europäischen Vergleich droht Deutschland bei der konkreten Umsetzung von einem Vorreiter zu einem Schlusslicht zu werden. Der Gebäudesektor verfehlt das Sektorenziel deutlich [4] und droht das europäische Ziel der Klimaneutralität unmöglich zu machen. (…)
Bisherige Politikansätze griffen zu kurz und haben es nicht geschafft, die neuen Rahmenbedingungen für eine sozial- und ökologisch gerechte gebaute Umwelt, für Mieter*innen, Bauherr*innen verlässlich und klar zu definieren. Doch Länder wie Dänemark, die Niederlande oder Frankreich haben schon konkrete nationale Dekarbonisierungsstrategien auf den Weg gebracht und zeigen, dass die Bauwende als ein integrierendes, gesamtgesellschaftliches Projekt gedacht und mit wirtschaftlichen und sozialen Gewinnen umgesetzt werden kann. (…)“
10 Forderungen, Auszüge:
1. BEDARFSGERECHT SOZIALVERTRÄGLICH UND FLÄCHENEFFIZIENT BAUEN | UMBAU VOR NEUBAU
Die Reduktion der Flächenbedarfe, die intelligente Nachverdichtung und der Umbau leerstehender Büro- und Gewerbeimmobilien ermöglichen den klimaschädlichen Neu- bau auf der grünen Wiese zu reduzieren und so das Klima zu schützen.
2. ABRISSMORATORIUM[7] | TRANSFORMATION DES GEBÄUDEBESTANDES
Reform des Planungs- und Genehmigungsrechts im Sinne einer Umbauordnung mit Bezug zur Transformation von Bestandsgebäuden und der Verhinderung von Abriss. Umlenkung der finanziel- len, personellen und materiellen Ressourcen in den Bestand.
5. KREISLAUFGERECHTIGKEIT | REGIONALE BIO-BAUÖKONOMIE
Überführung der Bauwirtschaft in eine Kreislaufbauwirtschaft die auf vermeidbare Abfälle verzich- tet, den verbleibenden Materialbedarf mit nachwachsenden Rohstoffen deckt und die Kopplung von Agrarwende und Bauwende schafft.
6. DURCHMISCHTE QUARTIERE | HYBRID NUTZBARE GEBÄUDE
Anpassung des Bauplanungsrechtes auf sich dynamisch ändernde Nutzungsanforderungen, För- derung gemischter Quartiere im Bestand (…)
7. KLIMARESILIENZ | BIODIVERSITÄT
Zur Anpassung an den Klimawandel und der Reduktion der Folgen des Klimawandels auf Städte und Gebäude sind umfassende Maßnahmen zur Entsieglung, Begrünung und zur Förderung der Biodiversität notwendig. (…)“
Quellen:
[1] Merten Welsch (2020), BBSR-Online-Publikation Nr. 17/2020 Umweltfußabdruck von Gebäuden in Deutschland, PDF: https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/veroeffentlichungen/bbsr-online/2020/bbsr-online-17-2020-dl.pdf (zuletzt geöffnet 02.2025)
[2] Monatsbericht BMWK 09 2018: Ressourcenschonendes Bauen, PDF: https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Schlaglichter-der-Wirtschaftspolitik/2018/09/kapitel-1-4-ressourcenschonendes-bauen.html (zuletzt geöffnet 02.2025)
[3] Statistisches Bundesamt (2024), Abfallwirtschaft, Kurzübersicht Abfallbilanz: PDF https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Umwelt/Abfallwirtschaft/Tabellen/abfallbilanz-kurzue
bersicht-2022.html?view=main (zuletzt geöffnet 02.2025)
[4] Expertenrat für Klimafragen (2025), Zweijähriges Gutachten 2024, PDF https://bscw.bund.de/pub/bscw.cgi/d317088692/ERK2025_Zweijahresgutachten-2024.pdf
https://www.architects4future.de/portfolio/publikationen/offener-brief-btw-2025

